Solo

Sculpture, part of the project B2B by Jan-Holger Mauss 1996/2011
Polystyrol, paper, test tubes; 35 x 35 x 210 cm (incl. pedestal); 2011

The work is part of the exhibition "(Self)-Portrait" at "Schwules Museum" in Berlin, open till 16th January 2012.

no english translation available

 

„Business to Business“ (B2B) bezeichnet in der Wirtschaft zunächst eine Umorientierung weg von den sog. „Privatkunden“ oder „Endverbrauchern“ hin zu Geschäftsbeziehungen mit anderen Unternehmen. ...

B2B begann 1996 damit, dass (der Hamburger Künstler) Jan-Holger Mauss auf eine Arbeit von Eva Grubinger reagierte: Sie hatte auf einer Website das Schnittmuster für einen »Netz-Bikini« zum Download zur Verfügung gestellt. Mauss schneiderte diesen Bikini, schickte ihn jedoch nicht an die Künstlerin ein, um ein »Echtheits-Zertifikat« zu erhalten, sondern verwendete ihn für seine eigene Performance: Er stellte sich selbst im Netz-Bikini als Modell für die Arbeiten von anderen Künstlern und Künstlerinnen zur Verfügung – d.h., er übersetzte das im Wortspiel angesprochene Prinzip der virtuellen Vernetzung in das reale Netzwerk seiner sozialen Beziehungen zurück. Seine Tätigkeit konzentriert sich auf „Socializing“ und „Networking“, auf das Knüpfen neuer und den Ausbau bestehender Kontakte und auf alles, was notwendig ist, um die Zusammenarbeit produktiv zu machen, gelingen zu lassen und anschlussfähig zu halten. Er ist nicht nur Modell, sondern zugleich Initiator und Selbstvermittler von Abbildbarkeit, Gelegenheits-Macher, Kreativitäts-Scout. Was steht bei diesen professionellen Beziehungen im Vordergrund? Die Kunst? Das Business? Das soziale Leben der Künstler in ihren sich immer weiter ausdehnenden Netzwerken? ..."
Kai van Eikels, 2004

 

Als mich Jan-Holger Mauss 1996 fragte, ob ich an seinem Projekt teilnehmen möchte reizte mich vor allem die Frage: wie gehe ich mit der Form des Portraits um? Mich interessierte weniger die individuelle Abbildung, sondern vielmehr das Portrait als Projektionsfläche. Was bedeutet Individualität heute, da wir uns gleichzeitig auch als biochemisches und damit austauschbares Material begreifen? Herausgekommen ist ein Objekt, das zwischen wissenschaftlichem Gerät, Reliquienbehälter und Allegorie steht.

Auf die Frage „Wie gestalte ich das eigentliche Portrait?“ fand ich 1996 keine befriedigende Antwort. So verblieb die Arbeit im Stand des Modells, diente mir jedoch als Anregung für weitere Arbeiten. So geht die Form des Objektes über der Bar im Hotels „Le Royal Meridien“ in Hamburg, aber auch das Motiv der Embryos an den Schwimmbadwänden desselben Hotels, auf dieses Modell zurück. Insofern war die Neubearbeitung anlässlich der Ausstellung „(Selbst)-Portrait“ im Herbst 2011 besonders spannend für mich. Neben der Veränderung der Proportionen, einer größeren Konzentration der Motive und dem Ausnutzen der spiegelnden Oberfläche für Verzerrungen, entschied ich mich vor allem, die Skulptur auf einen sehr hohen, schlanken Sockel zu setzen, so dass man sie in starker Untersicht  sieht. Dadurch verliert sie ihren Charakter als Kleinpastik, wird viel raumgreifender und bezieht den Betrachterstandpunkt explizit mit ein.
Wolf von Waldow, 2011

Mittlerweile haben sich über 120 Künstler mit sehr unterschiedlichen Arbeitsansätzen an diesem Projekt beteiligt. Beispiele für weitere Arbeiten:

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Bernhard Prinz, 2000
Fotografiie
Mark Lüders, 2000
Fotografie, bemalt
Cony Theis, 2004
Malerei auf der eigenen Haut
Ursula Döbereiner, 2004
Digitaldruck
Kati Barath, 2004
Malerei

 

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Katia Kelm, 2010
Knetgummi
Jochen Twelker, 2000
Aquarell
Anne Berning, 2004
Metall, bemalt
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Gabriele Brasch,
Scheerenschnitt
 
Sonja Ahlhäuser, 2004
Maripan, Puderzucker